Was wir von unserer ersten Festival-Hauptbühne gelernt haben
Acht Roboter zu einem Open-Air-Festival mit 15.000 Besuchern zu bringen, hat uns in vier Tagen mehr über Flotten-Choreografie beigebracht als ein Jahr Studioproben.
Acht Roboter zu einem Open-Air-Festival mit 15.000 Besuchern zu bringen, hat uns in vier Tagen mehr über Flotten-Choreografie beigebracht als ein Jahr Studioproben. Drei Dinge, in der Reihenfolge, wie wir sie gelernt haben.
Das Erste war die Größenwahrnehmung. Bewegungen, die in einer 300-Personen-Location klar lesbar sind, verschwinden auf Distanz. Wir mussten die Gestenamplitude um rund 40 % erhöhen und das Tempo um 15 BPM verlangsamen, bevor die Formationen vom hinteren Rand des Feldes aus lesbar wurden. Was im Studio groß wirkt, ist im Freien unsichtbar.
Das Zweite war der Wind. Outdoor-Shows bringen eine physische Variable ins Spiel, mit der wir nie zuvor rechnen mussten. Bei anhaltendem Wind über 25 km/h entwickeln unsere leichteren Einheiten in bestimmten statischen Haltungen eine kleine resonante Schwingung. Wir bauen jetzt Wind-Gegenposen in Outdoor-Choreografien ein — subtile Gewichtsverlagerungen, die die Resonanz brechen, ohne dass sie dem Publikum als Fehler auffallen.
Das Dritte war Publikumslärm und Timing. Wir proben zu einem Click-Track. Das Publikum tut das nicht. Wir haben gelernt, längere Halte einzubauen, als wir für nötig hielten, damit die Menge Zeit hat zu reagieren, bevor wir weitermachen. Ein Beat, der sich in der Probe leer anfühlt, wird zu dem Raum, in dem das Publikum lebt.
Die Show gelang. Acht Roboter, 18 Minuten Choreografie, keine mechanischen Ausfälle. Der Headliner begann 20 Minuten verspätet, und niemand aus der Crew dachte zweimal darüber nach — wir hatten die Halte-Protokolle in der Probe eingebaut. Das fühlte sich wie der eigentliche Gewinn an.
Diese Präzision auch für Ihr nächstes Event?
Show buchen →